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Schluss mit der Ausgrenzung von Menschen mit Lernschwierikeiten

Offener Brief zur Erarbeitung der DIN NORM Leichte Sprache

Liebe Mitglieder der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik,

Seit März dieses Jahres arbeiten viele Menschen aus verschiedenen Bereichen im DIN Institutes am Thema Leichte Sprache. Ziel ist es, eine DIN Norm SPEC für Leichte Sprache zu erarbeiten, damit das Übertragen (Übersetzen) in Leichte Sprache und das Erstellen von Texten in Leichter Sprache vereinheitlicht wird und z.B. AuftraggeberInnen Qualitätskriterien an die Hand bekommen. Das bundesministerium für Arbeit und soziales finanziert das Projekt.

In diesem Gremium sind auch Menschen mit Lernschwierigkeiten, viele von Ihnen arbeiten als Prüferinnen und Prüfer in Übersetzungsbüros für Leichte Sprache. Als einzige Partei ist unsere Partei DIE LINKE durch den Koordinator der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik vertreten.

Seit Monaten kämpfen die beteiligten Menschen mit Lernschwierigkeiten und Andere darum, daß die Dokumente in Leichte Sprache übersetzt werden, damit sie gleichberechtigt teilnehmen und mitarbeiten können. Seit Monaten fehlt Assistenz, ist der Zeitplan zu knapp, wird oft nur in Schwerer Sprache gesprochen. Es hat sich kaum etwas geändert, so daß Menschen mit Lernschwierigkeiten praktisch ausgegrenzt sind. Es wurden Mails an die behindertenpolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen geschreiben, sich beim Bundesbehindertenbeauftragten beschwert und die Schlichtungsstelle zum Behindertengleichstellungsgesetz angerufen. Jetzt wollen wir mit dem Offenen Brief mehr Öffentlichkeit und Unterstützung erreichen und diesen Skandal und diese Diskriminierung offen machen.

Deshalb bitten wir Euch:

Unterstützt den Offenen Brief mit Eurer Stimme.

Schreibt eine mail mit dem Text:

Wir unterstützen den Offenen Brief

"Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten am Projekt DIN SPEC für Leichte Sprache – Schluss mit den Ausgrenzungen" an: rolfunddoriskohn@gmx.de

Und schreibt Euren Namen, den Wohnort und Euren Beruf dazu.

Dann werdet Ihr als Unterstützerin und Unterstützer mit aufgenommen. Es gibt bisher mehr als 50 Menschen aus verschiedenen Bereichen, die diesen Brief mit unterschrieben haben.

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Rolf Kohn,

Koordinator der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik

 

Offener Brief an

  • Herrn Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg, BMAS
  • Frau Dr. Carola Brückner, Referat Gleichstellung behinderter Menschen, BMAS
  • Herrn Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
  • die behinderten- und inklusionspolitischen Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen von CDU, SPD, GRÜNEN, FDP und der LINKEN

 

 

Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten am Projekt DIN SPEC für Leichte Sprache –

Schluss mit den Ausgrenzungen

 

Sehr geehrte Frau Dr. Brückner, sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Schmachtenberg,

wir fordern Sie auf, umgehend ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsgruppe Prüferinnen und Prüfer des Projektes DIN-Norm SPEC für Leichte Sprache zu führen. Prüferinnen und Prüfer – Menschen mit Lernschwierigkeiten – können Ihnen dann direkt und persönlich schildern, warum sie sich bisher nicht gleichberechtigt an der Erarbeitung „ihrer“ DIN-Norm Leichte Sprache beteiligen konnten. Sie fühlen sich ausgegrenzt und diskriminiert. Denn es gibt keine Dokumente in Leichter Sprache, die sie aber für die Mitarbeit benötigen, keine Assistenz, einen viel zu engen Zeitplan und viele andere Barrieren, die eine gleichberechtigte Teilhabe verhindern.

 

Seit März dieses Jahres arbeiten viele Menschen aus verschiedenen Bereichen im DIN-Institut am Thema Leichte Sprache. Ziel ist es, eine DIN-Norm SPEC für Leichte Sprache zu erarbeiten, damit das Übertragen (Übersetzen) in Leichte Sprache und das Erstellen von Texten in Leichter Sprache vereinheitlicht werden und z. B. AuftraggeberInnen Qualitätskriterien an die Hand bekommen.

In diesem Konsortium sind auch einige Menschen mit Lernschwierigkeiten vertreten, viele von ihnen arbeiten als Prüferinnen und Prüfer in Übersetzungsbüros für Leichte Sprache.

Leichte Sprache wurde vor ca. 20 Jahren von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten entwickelt. Sie ist für Menschen mit Lernschwierigkeiten unabdingbar, damit sie an der Gesellschaft teilhaben, Informationen bekommen oder auch politisch aktiv werden können. Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung: Mittlerweile lassen viele Parteien ihre Wahlprogramme in Leichte Sprache übertragen.

 

Ausgrenzung von Menschen mit Lernschwierigkeiten statt Inklusion

Die Beteiligung von Menschen mit Lernschwierigkeiten an der Erarbeitung der DIN-Norm SPEC Leichte Sprache scheitert seit Monaten an den Rahmenbedingungen und der nicht vorhandenen Assistenz: Weder die Arbeitsdokumente noch Informationen und nicht einmal die Protokolle werden in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt. Es fehlt an Assistenz für die Menschen mit Lernschwierigkeiten in den Online-Arbeitsgruppen und den Videokonferenzen. Zudem sind diese zu lang, es gibt zu wenige Pausen, der Zeitplan ist zu straff und die Sprache zu wissenschaftlich.

Alles in allem heißt das Motto momentan: Viel über uns und unsere Sprache – aber alles ohne uns!

Die teilnehmenden Menschen mit Lernschwierigkeiten fühlen sich ausgeschlossen und sind es auch in der Realität und Praxis. Alle sprechen darüber, dass Inklusion wichtig, wünschenswert und selbstverständlich ist, aber in der Umsetzung der DIN-Norm SPEC für Leichte Sprache ist Inklusion nicht vorhanden.

Es geht um die inklusive, gemeinsame Erarbeitung der DIN-Norm SPEC. Es geht fachlich um die Zusammenarbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten. Diese ist enorm wichtig, um eine DIN-Norm SPEC zu erstellen, die Leichte Sprache im Sinne von Menschen mit Lernschwierigkeiten qualitativ sichert.

Für die Sicherung der Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten – z. B. die Übersetzung von Dokumenten in Leichte Sprache – sind nicht genügend Mittel vom BMAS eingeplant worden. Dies teilte Frau Dr. Brückner auf der letzten Sitzung des Konsortiums mit. Sollen Inklusion und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland unterschrieben hat, wieder mal am Geld scheitern?

Beschwerdemails und Anrufung der Schlichtungsstelle

Nachdem die Gespräche und Beschwerden innerhalb des DIN-Institutes nichts verändert haben, haben einige Menschen mit Lernschwierigkeiten, das Netzwerk Leichte Sprache und Andere Beschwerdemails an Herrn Jürgen Dusel und die behindertenpolitischen Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen geschrieben. Zuletzt haben Menschen mit Lernschwierigkeiten und das Netzwerk die Schlichtungsstelle zum Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BGG) angerufen.

 

Das BMAS muss jetzt endlich handeln – und jetzt das Gespräch suchen!

Wir bitten deswegen Herrn Staatssekretär Schmachtenberg und Frau Dr. Brückner:

  1. Führen Sie umgehend ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsgruppe Prüferinnen und Prüfer, um sich besonders von den betroffenen Menschen mit Lernschwierigkeiten die erfahrenen Ausgrenzungen schildern zu lassen.
  1. Beraten Sie in dem Gespräch über folgende Punkte und finden Sie gemeinsam Lösungen:
    1. Sicherstellung der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Erarbeitung der DIN-Norm SPEC Leichte Sprache, insbesondere durch Übertragung der wichtigen Dokumente in Leichte Sprache und ausreichende Assistenz
    2. Pause, Verlängerung des Zeitplanes zur Erarbeitung und ggfs. Neustart der Erarbeitung der DIN-Norm
    3. Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel durch das BMAS zur Sicherstellung der barrierefreien und gleichberechtigten Teilhabe
    4. Absprache der notwendigen Hilfen und sachlichen Voraussetzungen mit den Menschen mit Lernschwierigkeiten und dem Netzwerk Leichte Sprache

 

Es ist dringend, denn die Zeit zur Erarbeitung der DIN-Norm läuft ab.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Rolf Kohn und 57 Unterstützerinnen und Unterstützer

Solidarität durch Inklusion - ohne Vorbehalt!

STELLUNGNAHME zu intensivmedizinischen Entwicklungen

Die Mitglieder des Sprecher*innenrates und weitere Genoss*innen nehmen die COVID-19-Pandemie und die damit in Zusammenhang stehende Befürchtung, dass die intensivmedizinischen Kapazitäten nicht hätten reichen können, zum Anlass, generell zur Frage von Selektion im Rahmen intensivmedizinischer Entwicklungen Stellung zu beziehen. Diese Stellungnahme wird am 6. Juni im Parteivorstand diskutiert werden. Dem Parteivorstand liegt zudem ein Antrag vor, die vom Bundesparteitag 2018 beschlossene Ethik-AG unverzüglich zu berufen.

 

Solidarität durch Inklusion ohne Vorbehalt

STELLUNGNAHME zu intensivmedizinischen Entwicklungen

Wir nehmen die COVID-19-Pandemie und die damit in Zusammenhang stehende Befürchtung, dass die intensivmedizinischen Kapazitäten nicht hätten reichen können, zum Anlass, generell zur Frage von Selektion im Rahmen intensivmedizinischer Entwicklungen Stellung zu beziehen. Nach unserer Auffassung wird an der aktuellen Debatte um die so genannte Triage deutlich, dass es sich hierbei keinesfalls nur um die Frage der Priorisierung bei der Behandlung von COVID-19-Patient*innen handelt. Der Begriff der Triage stammt ursprünglich aus der Militärmedizin und war nicht negativ belegt, denn er stellte erst einmal nur fest, wer als Erster versorgt werden musste. Angesichts der COVID-19-Pandemie hat sich daraus aktuell eine Lebenswert-Diskussion im Allgemeinen entwickelt und viele Menschen – besonders alte, kranke und behinderte – sind zutiefst besorgt darüber, dass eine Einteilung in „lebenswertes“ und „lebensunwertes“ Leben wieder möglich werden könnte.

Wir teilen diese Befürchtung, denn wir begreifen die Ereignisse, die rund um die COVID-19-Pandemie zur Debatte um die Triage führten, als ein Ausdruck dessen, was sich gegenwärtig insgesamt in der Gesellschaft vollzieht:

Die ganze Stellungnahme findet Ihr hier

Offener Brief zur Schliessung der WfbM

Schnelles und unkompliziertes Handeln ist notwendig

 

Sehr geehrter Herr Heil,

sehr geehrte Ministerinnen, sehr geehrte Minister,

 

mit großer Sorge nehmen die Mitglieder des Sprecher*innenrates der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Partei DIE LINKE zur Kenntnis, dass offenbar Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) in vielen Bundesländern auch am Mittwoch dieser Woche noch geöffnet waren. Während das öffentliche Leben aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland fast vollständig zum Erliegen kommt und Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Kinos sowie Schwimmbäder, aber auch Jugendzentren, Altenclubs, Begegnungsstätten und sogar Pflegeeinrichtungen präventiv geschlossen werden, sollen Menschen mit Behinderungen in den Werkstätten weiterarbeiten. Unserer Auffassung nach kann es nicht sein, dass gerade die Menschen, die verschiedenen Risikogruppen angehören und von den Folgen einer Infektion in erhöhtem Maße betroffen sein könnten, weiter auf zum Teil engstem Raum zusammenarbeiten sollen.

Den ganzen offenen Brief findet Ihr hier: